Frage:

Eine Frau möchte gerne Kinder bekommen, doch ihr Ehemann zwingt sie, die Antibabypille einzunehmen. Sie hat bisher nur eine Tochter zur Welt gebracht. Was ist Ihre Ansicht dazu? Möge Allah es Ihnen mit Gutem vergelten.

Antwort:

Sie sollte ihm hierin nicht folgen. Denn entweder beabsichtigt er, sich von ihr zu trennen, und möchte nicht, dass seine Bindung an sie durch Nachkommen gestärkt wird, oder er ist von der westlichen Propaganda beeinflusst und sorgt sich um die Erziehung und den Unterhalt, wobei es ihm an Vertrauen auf Allah mangelt. In beiden Fällen ist sie nicht verpflichtet, ihm zu gehorchen.

Zweifellos hat der Ehemann nicht das Recht, seine Frau daran zu hindern, schwanger zu werden. Ebenso wenig darf sie selbst ohne seine Zustimmung eine Schwangerschaft verhindern, es sei denn, diese würde ihr einen Schaden zufügen, den sie nicht ertragen kann.

Mein Rat an die beiden Eheleute, also die Fragestellerin und ihren Mann, lautet daher: Sie sollen Allah fürchten, einander in Güte und Taqwa unterstützen und auf Allahs Huld und Seine Versorgung vertrauen. Denn:

﴿وَمَا مِن دَابَّةٍ فِي الْأَرْضِ إِلَّا عَلَى اللَّهِ رِزْقُهَا﴾

„Und es gibt kein Lebewesen auf der Erde, dessen Versorgung nicht Allah obliegt.“ (Sūrah Hūd, 11:6)

Allah, der Erhabene und Majestätische, ist es, der Nahrung gibt und versorgt. Wie Er, der Erhabene, sagt:

﴿إِنَّ اللَّهَ هُوَ الرَّزَّاقُ ذُو الْقُوَّةِ الْمَتِينُ﴾

„Gewiss, Allah ist der Versorger, der Besitzer aller Kraft, der Unerschütterliche.“ (Sūrah adh-Dhāriyāt, 51:58)

Dennoch sollte sich die Fragestellerin mit den Beweggründen ihres Mannes auseinandersetzen, um ihn von seinem Vorhaben abzubringen, damit sie ohne Streit und Zwietracht schwanger werden kann. Wenn er ihr mit der Scheidung droht, falls sie schwanger wird, soll sie trotzdem schwanger werden, auch wenn er ihr damit droht.

Scheich Salih al-Luhaidan, rahimahullah

Übersetzung: Khawer Malik