Frage:

Viele unserer Gelehrten sagen, dass es möglich ist, Allahs Gesandten im Schlaf zu sehen, da das Sehen des Propheten in seiner wahren Gestalt im Traum wahr ist und Satan nicht die Gestalt des Propheten annehmen kann. Ist ein solcher Glaube eine Form von Schirk (Allah in Seiner Göttlichkeit oder Anbetung anderen gleichsetzen) oder nicht?

Antwort:

Diese Aussage ist wahr und gehört zum islamischen `Aqidah (Glaubensfundament). Sie ist frei von Schirk, denn der Prophet sagte: "Wer mich in einem Traum sieht, hat mich wirklich gesehen, denn Satan erscheint nicht in meiner Gestalt." Berichtet von Al-Bukhari und Muslim. Dieser authentische Hadith erklärt, dass der Prophet in einem Traum gesehen werden kann und dass jeder, der ihn in einem Traum sieht, ihn tatsächlich gesehen hat, da Satan nicht in seiner Gestalt erscheinen kann. Doch dies impliziert notwendigerweise, dass der Träumende eine rechtschaffene Person ist. Jedoch sollte dem, was er sagt, nicht vertraut werden, wenn es nicht im Einklang mit der Scharia steht. Der Traum und alles, was dieser Person gehört oder gesehen wird, sollte im Licht des Buches und der Hadithe der Sunnah beurteilt werden. Stimmen sie mit ihnen oder einem von ihnen überein, werden sie akzeptiert. Aber wenn solche Aussagen oder Träume dem Buch oder der Sunnah widersprechen, werden sie abgelehnt, denn Allah hat die Din (Religion) dieser Ummah (Nation) vor dem Tod des Propheten vervollkommnet. Demnach ist es unzulässig, von irgendjemandem etwas anzunehmen, was gegen die Scharia verstößt, sei es durch Träume oder sonstiges. In dieser Angelegenheit gibt es keinen Unterschied unter den Gelehrten. Ebenso, wenn der Träumende eine Beschreibung des Propheten gibt, die nicht mit seiner tatsächlichen Gestalt übereinstimmt, dann ist ein solcher Traum nur eine Täuschung und der Träumende hat den Gesandten nicht wirklich gesehen. Wenn beispielsweise der Träumende den Propheten als bartlosen oder schwarzhaarigen Mann oder ähnliche Merkmale sieht, die der tatsächlichen Gestalt des Propheten widersprechen, der sagte, Satan erscheint nicht in meiner Gestalt. Somit ist klar, dass Satan in einer anderen Gestalt als der des Propheten erscheinen und die Menschen täuschen kann, indem er sie glauben lässt, er sei der Prophet , um sie zu verwirren.

Nicht alle, die behaupten, den Propheten gesehen zu haben, sagen die Wahrheit, daher muss der Träumende vertrauenswürdig sein, für seine Wahrhaftigkeit und sein Festhalten am geraden Weg bekannt. Viele Menschen haben den Propheten zu Lebzeiten selbst gesehen, doch sie sind nicht zum Islam übergetreten, wie Abu Jahl, Abu Lahab, 'Abdullah ibn Ubay ibn Salul, der Anführer der Heuchler, und andere. Daher ist das Träumen vom Propheten nicht unbedingt nützlich.

Scheich Abdulaziz bin Baz, rahimahullah

Quelle: Majmu’ al-Fataawa Ibn Baz, Teil 2, Seite 386. Übersetzung: Abu Davut Konyevi.


Es wurde berichtet, dass Abu Huraira sagte: „Ich hörte den Propheten sagen: ‚Wer mich im Schlaf gesehen hat, wird mich im Wachsein sehen; der Shaytaan kann meine Gestalt nicht annehmen.’“ (Al-Bukhaari, 6592; Muslim, 2266).
Gemäß einer Überlieferung, berichtet von Ahmad (3400): „Der Shaytaan kann mir nicht ähneln.“


Al-Haafiz Ibn Hajar sagte:

Wir überlieferten mit einer kompletten Isnaad von Ismaa’iil ibn Ishaq al-Qaadi von Sulaymaan ibn Harb – der einer der Gelehrten von Al-Bukhaari war – von Hammaad ibn Zayd von Ayyuub, der sagte: "Wenn ein Mann Muhammad (gemeint ist Ibn Siriin) sagte, dass er den Propheten (im Traum) gesehen hatte, sagte er: 'Beschreibe mir denjenigen, den du gesehen hast.' Wenn er eine Beschreibung gab, die er nicht anerkannte, sagte er: 'Du hast ihn nicht gesehen.'" Seine Isnaad ist sahiih, und ich habe einen anderen Bericht gefunden, der ihn bestätigt.

Al-Haakim berichtete über ‘aasim ibn Kulayb (der sagte): „Mein Vater erzählte mir: ‚Ich sagte zu Ibn ‘Abbaas: ‚Ich sah den Propheten im Traum.’ Er sagte: ‚Beschreibe ihn mir.’ Er sagte: ‚Ich erwähnte Al-Hasan ibn ‘Ali und sagte, dass er so aussah wie er.’ Er sagte: ‚Du hast ihn wirklich gesehen.’“ Seine Isnaad ist jayyid.

(Fath al-Baari, 12/383, 384)


Al-Haafiz Ibn Hajar sagte:

Seine Isnaad beinhaltet Saalih, den befreiten Sklaven von al-Taw‘amah, der da‘iif (schwach) ist und (im hohen Alter) verwirrt wurde, und dies ist ein Bericht von jemandem, der ihn hörte, nachdem er verwirrt wurde.

(Fath al-Baari, 12/384)