Frage:
Das Gebet gehört zu den bedeutendsten Formen des Gedenkens Allahs. Dennoch ist zu beobachten, dass viele Betende während des Gebets zahlreiche Bewegungen machen. Wann führen Bewegungen dazu, dass das Gebet ungültig wird?
Antwort:
Der Gläubige muss während des Gebets Ruhe bewahren. Der Gesandte Allahs ﷺ sagte:
{ اسْكُنُوا فِي الصَّلَاةِ }
„Verhaltet euch ruhig im Gebet.“
Und Allah sagt:
﴿قَدْ أَفْلَحَ الْمُؤْمِنُونَ الَّذِينَ هُمْ فِي صَلَاتِهِمْ خَاشِعُونَ﴾
„Den Gläubigen wird es gewiss wohl ergehen, denjenigen, die in ihrem Gebet demütig sind.“ (Sūrah al-Muʼminūn 23:1–2)
Der Betende ist daher dazu verpflichtet, sich im Gebet ruhig zu verhalten, Demut zu zeigen und übermäßige Bewegungen zu unterlassen, die das Gebet ungültig machen und ihn wirken lassen, als würde er überhaupt nicht beten.
Wenige Bewegungen werden verziehen. Sind die Bewegungen jedoch zahlreich und folgen sie unmittelbar aufeinander, so machen sie das Gebet nach der Auffassung aller Gelehrten ungültig. Deshalb ist Vorsicht geboten.
Wenn jemand bei seinem Bruder übermäßige Bewegungen bemerkt, soll er ihn beraten und ihn zum Guten anleiten. Während des Gebets kann er ihn durch ein Zeichen darauf aufmerksam machen. Nach dem Gebet soll er ihn dann mit Worten beraten. Im Gebet genügt ein Zeichen, damit er aufmerksam wird und diese Gewohnheiten unterlässt.
Wenige und voneinander getrennte Bewegungen hingegen werden verziehen. Der Prophet ﷺ betete, während er Umāmah trug. Wenn er sich niederwarf, setzte er sie ab, und wenn er sich erhob, nahm er sie wieder auf.
Ebenso öffnete er während des Gebets die Tür für Aischah. Beim Gebet der Sonnenfinsternis trat er nach vorne. Auch bewegte er sich in den Reihen nach vorne, als ihm das Paradies gezeigt wurde und er nach einer Traube greifen wollte. Es war ihm jedoch nicht bestimmt, sie zu nehmen. Als ihm das Höllenfeuer gezeigt wurde, trat er zurück, woraufhin auch die Reihen hinter ihm zurückwichen.
Wenige Bewegungen, die sich gelegentlich ergeben, werden verziehen. Sind die Bewegungen jedoch zahlreich und folgen sie unmittelbar aufeinander, machen sie das Gebet ungültig.
Dafür gibt es keine festgelegte Anzahl. Einige Gelehrte haben dies auf drei Bewegungen begrenzt, doch dafür gibt es keinen Beleg. Maßgeblich ist vielmehr, ob die Bewegungen nach dem allgemeinen Verständnis als zahlreich gelten. Sind sie zahlreich und folgen sie unmittelbar aufeinander, machen sie das Gebet ungültig. Sind sie hingegen voneinander getrennt, machen sie das Gebet nicht ungültig.
Fragender:
Und wie verhält es sich mit Bewegungen während der Gebetssäulen?
Antwort:
Dies gilt für alle Bewegungen, sei es während der Verbeugung, der Niederwerfung oder des Stehens. Dafür gibt es keine genau festgelegte Grenze.
Scheich Ibn Baz, rahimahullah
Übersetzer: Khawer Malik