Frage:

Wie lautet das Urteil über das Gebet vor einem Spiegel oder ähnlichen Dingen? Wir bitten euch um eine Antwort.

Antwort:
Was mir richtig erscheint, ist, dass der Mensch, wenn er vor einem Spiegel betet, mit seinen Gedanken beschäftigt wird. Denn er sieht sich selbst im Stehen, im Beugen, in der Niederwerfung und im Sitzen. Dies verwirrt die Gedanken und lenkt die Seele ab.

Vom Propheten ist authentisch überliefert, dass er betete, während er eine Chamīṣah trug, also ein gemustertes Gewand. Da blickte er auf dessen Muster. Als er sein Gebet beendet hatte, sagte er :

«اذْهَبُوا بِخَمِيصَتِي هَذِهِ إِلَى أَبِي جَهْمٍ، وَأْتُونِي بِأَنْبِجَانِيَّتِهِ، فَإِنَّهَا أَلْهَتْنِي آنِفًا عَنْ صَلَاتِي»

„Bringt dieses Gewand von mir zu Abu Dschahm und bringt mir stattdessen seine Anbidschāniyyah (schlichtes Gewand), denn dieses Gewand hat mich soeben vom Gebet abgelenkt.“

Dies zeigt, dass der Betende weder bei sich noch um sich herum etwas haben sollte, das ihn von seinem Gebet ablenkt.

Wenn der Spiegel jedoch hoch angebracht ist, sodass er sich während des Gebets nicht selbst sehen kann, dann ist daran nichts auszusetzen.

Scheich Ibn 'Uthaimīn, rahimahullah

Übersetzer: Khawer Malik