Frage:
Unsere Schwester fragt: Ist es der Frau erlaubt, über die Kleidung zu streichen, die sie auf dem Kopf trägt?
Antwort:
Das ist ihr nicht erlaubt. Vielmehr muss sie über den Kopf selbst streichen, genauso wie der Mann über seinen Kopf streicht.
Doch wenn sie einen Khimar trägt, mit dem sie ihren Kopf umwickelt1 hat und es ihr schwerfällt ihn abzunehmen, so darf sie darüber wischen, einen Tag und eine Nacht lang, wenn sie ihn im Zustand der Reinheit angelegt hat, so wie der Mann, wenn er eine ‘Imāmah im Zustand der Reinheit anlegt. Dann darf er darüber streichen, einen Tag und eine Nacht nach dem Eintritt in den Zustand der rituellen Unreinheit, wenn es sich um eine gebundene ‘Imāmah handelt, denn das Abnehmen kann mit einer gewissen Erschwernis verbunden sein. Und ebenso ist es beim fest gebundenen Khimar der Frau, den sie verknotet und fest um ihren Kopf gebunden hat und im Zustand der Reinheit angelegt hat. In diesem Fall darf sie darüber streichen, einen Tag und eine Nacht lang, wie über die Ledersocken, genauso wie der Mann über die Ledersocken einen Tag und eine Nacht lang streicht.
Was aber einen lose aufgesetzten Khimar betrifft, so darf man nicht über ihn wischen. Er muss abgenommen werden und über den Kopf wird gewischt. Oder eine ‘Imāmah, die im Zustand der Unreinheit angelegt wurde, über sie wird nicht gewischt. Sie muss entfernt werden. Oder wenn der Zeitraum von einem Tag und einer Nacht überschritten wurde, dann muss sie entfernt werden. Das gilt für Mann und Frau gleichermaßen.
Moderator:
Möge Allah Sie mit Gutem belohnen. Einige unserer Schwestern, die Ärztinnen oder Krankenschwestern sind, tragen das, was bei ihnen Tahdschibah genannt wird. Und diese Tahdschibah erfüllt die Beschreibung, die Ihr erwähnt habt. Sie geht unter dem Kinn entlang und bedeckt den gesamten Kopf. Dürfen solche Schwestern über diese Tahdschibah streichen, wenn sie im Zustand der Reinheit angelegt wurde?
Antwort:
Ja, wenn sie sie im Zustand der Reinheit angelegt haben und das Abnehmen mit einer gewissen Erschwernis verbunden ist, dann dürfen sie über diese Tahdschibah wischen, die sie einen gebundenen Khimar nennen.
Sie wischen darüber, wenn sie im Zustand der Reinheit war, einen Tag und eine Nacht lang nach dem Eintritt in den Zustand der rituellen Unreinheit. Danach wird sie abgenommen. Aber wenn sie im Zustand der Unreinheit angelegt wurde, dann darf nicht darüber gewischt werden.
Scheich ‘Abdul-‘Azīz Ibn Bāz, rahimahullah
Übersetzung: Khawer Malik
1Der Begriff „muḥannakah“ (محَنَّكة) bezeichnet eine Kopfbedeckung, die unter dem Kinn entlang geführt und dort gebunden wird. Dies bewirkt eine fest anliegende Umhüllung des Kopfes und unterscheidet sich von locker aufgesetzten Kopftüchern.