Frage:
In diesen Tagen ist es durch moderne Kommunikationsmittel verbreitet, die Menschen dazu anzuhalten, am Ende des Hidschri-Jahres um Vergebung zu bitten und Reue zu zeigen sowie sich gegenseitig zur Ankunft des neuen Jahres zu beglückwünschen.
Antwort:
All dies ist eine Neuerung (Bid‘a). Und es gibt kein (wirkliches) neues Jahr. Dies ist lediglich eine konventionelle Bezeichnung. Es ist (tatsächlich) kein neues Jahr.
An jedem Tag kann für dich ein Jahr deines Lebens vollendet sein - an jedem Tag, in jedem Monat, in jeder Woche (kann das Ende eines Jahres sein), abhängig von deinem Geburtsdatum.
Es ist nicht auf den Monat Muharram beschränkt. Vielmehr ist dies lediglich eine Frage der Konvention.
Umar (radiyAllahu anh) beriet sich mit den Gefährten, weil ihn Briefe von seinen Statthaltern erreichten, auf denen kein Datum vermerkt war, sodass er nicht wusste, wann sie geschrieben worden waren.
So beriet er sich mit seinen Gefährten. Es gab zwar einen gregorianischen Kalender, doch sie wollten die Juden und Christen nicht nachahmen.
So waren sie sich einig, dass man die Zeitrechnung mit der Hidschra des Gesandten Allahs ﷺ (von Mekka nach Medina) beginnen solle, da sie das größte Ereignis im Islam war. So machten sie sie zum Beginn des Hidschri-Kalenders aus öffentlichem Interesse und aus Notwendigkeit.
Daher darf das Hidschri-Jahr weder mit Glückwünschen noch mit besonderen Bittgebeten noch mit irgendwelchen speziellen Handlungen hervorgehoben werden - ja, denn darüber ist nichts (authentisch) überliefert worden. Folglich ist dies eine Bid‘a (Neuerung).
Scheich Ṣāliḥ al-Fauzān, hafidhahullah
Übersetzer: Abu Davut Konyevi.