Scheikh Ibn Uthaymin sagte:
Alles, was in der Sunnah über die Arten des Adhan überliefert wurde, ist erlaubt. Vielmehr sollte der Adhan einmal auf diese Weise und ein anderes Mal auf jene Weise gesprochen werden, sofern dadurch keine Verwirrung und keine Fitnah entsteht.
Nach Malik besteht er aus siebzehn Sätzen, mit dem Takbir am Anfang zweimal, zusammen mit dem Tarji; das bedeutet, dass er die beiden Schahada zunächst leise für sich selbst spricht und sie danach laut ausspricht.
Nach asch-Schafi'i besteht er aus neunzehn Sätzen, mit dem Takbir am Anfang viermal, zusammen mit dem Tarji.
All dies gehört zu dem, was in der Sunnah überliefert wurde. Wenn du also den Gebetsruf einmal auf diese Weise und ein anderes Mal auf jene Weise ausrufst, dann ist das besser. Die Regel lautet:
„Die gottesdienstlichen Handlungen, die in verschiedenen Formen überliefert wurden, soll der Mensch in diesen verschiedenen Formen ausführen.“
Quelle: Asch-Scharh al-Mumti’, 2/51, 52.
Der Beweis für die Ansicht von Imam Malik und Asch-Schafii:
Von Abu Mahdhurah wird überliefert, dass der Prophet ﷺ ihn diesen Adhan lehrte:
{ الله أكبر، الله أكبر،
أشهد أن لا إله إلا الله، أشهد أن لا إله إلا الله،
أشهد أن محمَّداً رسول الله، أشهد أن محمَّداً رسول الله }
„Allahu akbar, Allahu akbar. Aschhadu an la ilaha illa Allah, aschhadu an la ilaha illa Allah. Aschhadu anna Muhammadan rasul Allah, aschhadu anna Muhammadan rasul Allah.“
(Allah ist der Größte, Allah ist der Größte, ich bezeuge, dass es keinen (zurecht anbetungswürdigen) Gott gibt, außer Allah, ich bezeuge, dass es keinen (zurecht anbetungswürdigen) Gott gibt, außer Allah, ich bezeuge, dass Muhammad der Gesandte Allahs ist, ich bezeuge, dass Muhammad der Gesandte Allahs ist.)
Dann kehrt er zurück und sagt:
{ أشهد أن لا إله إلا الله، أشهد أن لا إله إلا الله،
أشهد أن محمَّداً رسول الله، أشهد أن محمَّداً رسول الله،
حي على الصلاة (مرتين)،
حي على الفلاح (مرتين)،
الله أكبر، الله أكبر،
لا إله إلا الله }
„Aschhadu an la ilaha illa Allah, aschhadu an la ilaha illa Allah.
Aschhadu anna Muhammadan rasul Allah, aschhadu anna Muhammadan rasul Allah.“
„Hayya ʿala as-salah“ (zweimal).
„Hayya ʿala al-falah“ (zweimal).
„Allahu akbar, Allahu akbar.
La ilaha illa Allah.“
(Ich bezeuge, dass es keinen (zurecht anbetungswürdigen) Gott gibt, außer Allah, ich bezeuge, dass es keinen (zurecht anbetungswürdigen) Gott gibt, außer Allah, ich bezeuge, dass Muhammad der Gesandte Allahs ist, ich bezeuge, dass Muhammad der Gesandte Allahs ist. Kommt zum Gebet, kommt zum Gebet, kommt zum Heil, kommt zum Heil; Allah ist der Größte, Allah ist der Größte, es gibt keinen (zurecht anbetungswürdigen) Gott, außer Allah.) (Überliefert von Muslim (379).)
An-Nawawi (rahimahullah) sagte:
„Dieser Hadith in Sahih Muslim erwähnt auch das Sagen von „Allahu Akbar“ nur zweimal am Beginn. Aber an anderen Stellen in Muslim heißt es, dass „Allahu Akbar“ viermal gesagt werden muss.
Al-Qaadi ‘Iyaad (rahimahullah) sagte: ‚In manchen Berichten von Sahih Muslim heißt es, dass er viermal gesagt werden soll.‘
Asch-Schaafa’i, Abu Hanifah, Ahmad und die Mehrheit der Gelehrten sagen, dass er viermal gesagt werden soll und Maalik sagte, dass er zweimal gesagt werden soll, und er zitierte diesen Hadith als Beweis.‘“
Der Beweis für die Ansicht von Imam Abu Hanifah und Ahmad:
Es wurde berichtet dass ‘Abd-Allah ibn Zayd sagte:
„Als der Gesandte Allahs (ﷺ) befahl, dass eine Glocke hergestellt werden soll, damit sie geläutet werden kann, um die Menschen zum Gebet zu rufen, kam ein Mann um mich herum gelaufen, während ich am Schlafen war (d.h. in einem Traum), während er eine Glocke in seiner Hand trug. Ich sagte: ‚Oh Sklave Allahs, willst du diese Glocke verkaufen?‘ Er antwortete: ‚Was willst du damit tun?‘ Ich sagte: ‚Wir werden die Menschen zum Gebet rufen.‘ Er sagte daraufhin: ‚Soll ich dir nicht etwas Besseres sagen?‘ Ich sagte: ‚Ja.‘ Er sagte: ‚Sag:
{ الله أكبر, الله أكبر, الله أكبر, الله أكبر،
أشهد أن لا إله إلا الله, أشهد أن لا إله إلا الله،
أشهد أن محمَّداً رسول الله, أشهد أن محمَّداً رسول الله،
حي على الصلاة, حي على الصلاة،
حي على الفلاح, حي على الفلاح،
الله أكبر, الله أكبر،
لا إله إلا الله }
Allāhu akbar, Allāhu akbar, Allāhu akbar, Allāhu akbar;
aš-hadu an lā ilāha illā-l-lāh, aš-hadu an lā ilāha illā-l-lāh;
aš-hadu anna Muhammadu-r-Rasūlu-llāh, aš-hadu anna Muhammadu-r-Rasūlu-llāh;
ḥayya ʿala-ṣ-ṣalāh, ḥayya ʿala-ṣ-ṣalāh;
ḥayya ʿala-l-Falāḥ, ḥayya ʿala-l-Falāḥ;
Allāhu akbar, Allāhu akbar;
lā ilāha illā-l-lāh.
Dann ging er ein kleines Stück weg von mir und sagte: ‚Und wenn das Gebet am Beginnen ist, sage (Iqamah):
{ الله أكبر, الله أكبر،
أشهد أن لا إله إلا الله, أشهد أن محمَّداً رسول الله،
حي على الصلاة، حي على الفلاح،
قد قامت الصلاة, قد قامت الصلاة،
الله أكبر, الله أكبر،
لا إله إلا الله.}
‚Allāhu akbar, Allāhu akbar;
aš-hadu an lā ilāha illā-l-lāh;
aš-hadu anna Muhammadu-r-Rasūlu-llāh;
ḥayya ʿala-ṣ-ṣalāḥ;
ḥayya ʿala-l-Falāḥ;
qad qāmati-ṣ-ṣalāh [1], qad qāmati-ṣ-ṣalāh;
Allāhu akbar, Allāhu akbar;
lā ilāha illā-l-lāh.‘
Am folgenden Morgen ging ich zum Gesandten Allahs ﷺ und erzählte ihm meinen Traum. Er sagte: ‚Dies ist ein wahrer Traum, inschaa‘Allah. Gehe mit Bilal und bringe ihm bei, was du (im Traum) gesehen hast weil er eine melodischere Stimme hat als du.‘ Also ging ich mit Bilal und lehrte ihn, und er gab den Ruf zum Gebet.‘ ‘Umar ibn al-Khattaab hörte das in seinem Haus und er kam heraus, indem er sein Gewand hinter sich herzog und sagte: ‚Bei dem, der dich mit der Wahrheit sandte, oh Gesandter Allahs, ich sah das gleiche (im Traum) was er gesehen hat!‘ Der Gesandte Allahs (ﷺ) sagte: ‚Und Allah ist das Lob!‘“
Quelle: Abu Daawuud, 499; als Sahih eingestuft von Ibn Khuzaymah, 1/191 und Ibn Hibbaan, 4/572. At-Tirmidhi berichtete dass Imam al-Bukhaary ihn als Sahih eingestuft hat, wie auch in ‚Sunan al-Bayhaqi‘, 1/390 berichtet.
[1] Übersetzt: das Gebet beginnt.
Scheich al-Islam Ibn Taymiyyah sagte:
„Da dies der Fall ist, ist die korrekte Ansicht von Ahlul-Hadith und denen, die mit ihnen übereinstimmen die, dass wir alles akzeptieren, was vom Propheten ﷺ überliefert wurde und dass wir keine der Überlieferungen zurückweisen, weil die Varianten in Adhaan und Iqaamah wie die Varianten in der Rezitation und Taschahhud usw. sind … Niemand hat das Recht irgendetwas von dem zurück zu weisen, was der Gesandte Allahs ﷺ seiner Ummah vorgeschrieben hat. Was diejenigen angeht, welche darüber diskutieren und sich wegen solchen Angelegenheiten trennen, zu einem Grad, dass sie Leute als Freunde oder Feinde ansehen oder über solche Dinge, über die verschiedene Varianten von Allah bewiesen wurden, streiten, wie es manche Menschen im Osten tun, so gehören sie zu denjenigen, die die Religion spalteten und zu Sekten wurden (d.h. sie erfanden neue Dinge in der Religion (Bid‘ah), und folgten ihren nutzlosen Begierden, siehe Surah Ar-Ruum 30:32).
Um die Sunnah vollständig zu befolgen, sollten wir es einmal auf die eine Weise tun und das andere Mal auf die andere Weise, das eine Mal an einem Ort und das andere Mal an einem anderen Ort, weil das Verlassen von etwas, das in der Sunnah überliefert wurde und das Befolgen von etwas anderem dazu führen kann, das das, was Sunnah ist, als Bid’ah eingestuft wird und das was erwünscht (mustahabb) ist, als verpflichtend (waajib) eingestuft wird, und das würde zu Spaltung und Differenz führen, wenn andere es anders machen. Deshalb soll der Muslim die allgemeinen Prinzipien beachten, die dazu aufrufen, an der Sunnah und der Jamaa’ah festzuhalten, insbesondere in Bezug auf die Gebete in der Gemeinschaft.
Das Sagen der Schahaadatayn zweimal mit leiser Stimme und das laute Wiederholen davon war die Option, die von Maalik und asch-Schaafa’i favorisiert wurde, aber Maalik dachte, dass der Takbir zweimal gesagt werden muss und asch-Schaafa’i dachte dass er viermal gesagt werden soll, wohingegen Abu Hanifah dachte dass die Schaahadatayn nicht mit leiser Stimme während des Adhaan gesagt werden sollen. Ahmad dagegen sagte dass beide Arten von der Sunnah sind, aber er zog es vor, dies nicht zu tun, weil das der Adhan von Bilal war.
Bezüglich der Iqaamah, sagten Maalik, asch-Schaafa’i und Ahmad dass die Phrasen einmal gesagt werden sollten, aber Ahmad sagte, dass es Sunnah ist, sie zweimal zu sagen. Alle drei, Abu Hanifah, al-Shaafa’i und Ahmad, zogen es vor „Qad qaamati-s-Salaah“ zweimal zu sagen, während Maalik dies nicht tat. Und Allah weiß es am besten.
Quelle: Majmuu’ al-Fataawa, 22/66-69.