Frage:
Was ist Ihre Ansicht, während wir die letzten zehn Tage des Ramadan empfangen, über das, was einige Menschen tun, nämlich dass sie die Tageszeit der letzten zehn Tage des Ramadan im Schlaf verbringen, damit es ihnen möglich ist, sich im Gebet ihrer Nächte anzustrengen, besonders in diesen Nächten, in denen die Nacht lang geworden ist? Um dafür Kraft zu haben, schlafen sie den größten Teil des Tages. Widerspricht das dem Weg Allahs für die Menschen in Seiner Aussage:
﴿وَجَعَلْنَا اللَّيْلَ لِبَاسًا وَجَعَلْنَا النَّهَارَ مَعَاشًا﴾
„Und Wir haben die Nacht zum Kleid gemacht. Und Wir haben den Tag zur Lebensführung gemacht.“
(Sūrah an-Naba‘ 78:10-11)
Und werden sie für diesen Schlaf belohnt, selbst wenn er von langer Dauer ist, obwohl sie vielleicht den größten Teil des Tages schlafen?
Antwort:
Diejenigen, die in der Nacht beten und am Tag schlafen und dadurch die Pflichtgebete versäumen, daran besteht kein Zweifel, dass sie einen Fehler begehen.
Was jedoch diejenigen betrifft, die in der Nacht beten und am Tag schlafen, aber in den Pflichtgebeten nicht nachlässig sind, so besteht für sie darin kein Problem.
Doch sollte der Mensch nicht seine gesamte Zeit im Schlaf verbringen, denn dies sind nur wenige Tage, nämlich zehn Tage.
Doch vorzuziehen ist, dass er die Nacht mit Anbetung, Gebet und Qur‘an Rezitation belebt, ebenso den Tag.
Sogar einige der Salaf machten ihre Tageszeit wie ihre Nacht im Eifer in der Anbetung.
Allerdings kann es sein, dass manche Menschen es nicht ertragen, sich in ihrem Schlaf auf nur wenige Stunden zu beschränken. Wenn er sich also für das Tahajjud-Gebet durch Schlaf am Tage hilft, so besteht darin kein Problem, solange dadurch keine Pflicht vernachlässigt wird.
Scheich Muḥammad al-‘Uthaimīn, rahimahullah
Quelle: Frage 2611, Band 15, S. 299, Durūs wa Fatāwa min al-Haramain asch-Scharifain
Übersetzer: Khidr ibn Malik